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Freitag, 13. Juli 2012

Sapa und der Terrassenreis

Da wir leider den Tageszug nach Sapa verpasst hatten, entschieden wir uns fuer den Nachtbus – welch grandios bloede Entscheidung. Diesmal stellten wir waehrend der Fahrt fest, dass es um uns herum nur so von kleinen Kakis wimmelt. Erschlug man eine, wurde diese durch zwei Neue erstetzt, es war ein Kommen und Gehen. Sehr zerknirscht kamen wir am naechsten Morgen bei Regen in Sapa an. Unsere schlechte Laune erholt sich sehr rasch beim Anblick der neidlichen kleinen Hillstation mit den weltberuehmten terrassierten Reisfeldern. Die folgenden drei Tage verbringen wir hier, meist in der Hoffnung auf besseres Wetter. Wir lesen viel und machen einige kurze Spaziergaenge in die Umgebung, bevor die Naesse vollstaendig nach innen dringt. Am dritten Tag haben wir etwas Glueck und mit dem Roller ‚erfahren‘ wir das Gebiet im groesseren Umfang. Uns begeistert vor allem die Landschaft und die netten kleinen H’mong Frauen, die in erstaunlich gutem Englisch ihre Waren und Souviniers versuchen zu verkaufen. In einem kleinen Doerfchen treffen wir auf Bekannte vom Ha Long Trip und wir werten bei einem Kaffee nochmal alles aus.

 
 


Der letzte Tag in Vietnam neigt sich dem Ende und wir packen fuer unsere Grenzueberschreitung nach China.
Schade, dass alle, die ein Geschaeft haben, den groesstmoeglichen Profit erzielen möchten. Am Besten geht das mit Touristen, die der Sprache nicht maechtig sind, zum Teil wird bescheissen, was das Zeug haelt. Vietnam haette gern auch einen anderen Eindruck hinterlassen koennen. Die schoene Landschaft kann sich allerdings sehen lassen. Muss man nicht jeden Dong in der Hand umdrehen, laesst es sich in Vietnam auch ruhiger Urlaub machen. Wir vermuten zudem, das die Mentalitaet massgeblich von den kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 50 Jahre gepraegt ist, wer weiss. Einige sehr schoene Begegnungen hatten wir gluecklicherweise, wir freuen uns aber auch mal wieder auf einen Besuch in einem Geschaeft mit fixed prizes.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Im goldenen Kaefig in der Ha Long Bucht

Da wir Freunde von individuellen Touren sind, buchten wir keinen Trip von Hanoi in die sehr bekannte und sehenswerte Ha Long Bucht, sondern liessen uns mit wenig Gepaeck vom Mopettaxis zur Busstation fahren, um dort nach kurzer Diskussion einen angemessenen Preis fuer den Kleinbus zu erhalten, der uns nun schliesslich nach Ha Long Stadt brachte. Zur Fahrt ist wenig zu sagen, nur dass gegen Ende immer interessantere Felsformationen links und rechts der Strasse aus dem Boden schossen. Wieder mal an der weiter aussen liegenden Busstation ausgesetzt, nahmen wir den Stadtbus, wo Mirko sich fast bis aufs Messer mit dem Fahrer stritt, der uns im Gegensatz zu einer Vietnamesin wieder den doppelten Preis abknoepfen wollte. Da Mirko darauf bestand, bei Ankunft zu zahlen, drueckten wir dem Herrn das angemessene Geld in die Hand und drehten uns zum Gehen um, waehrend noch Beschimpfungen in unser Ohr drangen. Pech gehabt... Ha Long Stadt besteht aus zwei Stadtteilen, die durch eine Bruecke miteinander verbunden sind. Der eine ist touristischer mit vielen Bootsanlegestellen und der, wo wir naechtigen wollen. Im anderen befanden wir uns nun. Wir fanden den Hinweis der Besteigung eines Felsens mit Funkturm sehr interessant und machten uns auf den Weg. Der schmale Pfad war erst nach dreimaligem Fragen zu finden, wir wurden aber mit absoluter Ruhe beim Aufstieg belohnt – lediglich eine selbsternannte Geldeintreiberin wollte ihren Tribut einfordern, wir verwiesen sie allerdings auf unsere Rueckkehr. Nach gut 20 Minuten standen wir auf einem der hoechsten Gipfel der Umgebung und hatten einen Wahnsinnsblick in die Bucht, welche von steilen gruen bewachsenen Karstfelsen nur so strotzt. Es war richtig klasse, fast allein auf dem Berg zu sitzen und die grandiose Aussicht zu geniessen.

Nachdem wir uns einigermassen satt gesehen hatten und wir auch noch eine Bootsfahrt organisieren mussten, entschieden wir uns fuer den Abstieg. Nachdem wir entgegenkommende Locals nach dem richtigen Preis fragten, konnten wir der Schnuffine am Eingang auch den richtigen Betrag in die Hand druecken, da sie natuerlich wiedermal das 3 fache verlangte, langsam strengt es an.

Den Weg zurueck kuerzten wir, indem wir ein Boot zur Ueberfahrt waehlten. Nach der Unterkunftssuche und kurzer Frischmachung begaben wir uns auf die Suche nach einer Schifffahrt in die Bucht. Nachdem wir einige andere Traveller befragten und uns unserer Meinung nach einen guten Ueberblick verschafft hatten, was alles zu einer Tour gehoert und was sie kosten muesste, liessen wir uns von einer Tourdame  bequarken und waehlten eine 2 Tagestour mit Uebernachtung auf dem Schiff, welches laut Fotografie recht schick aussah. Es war aber leider nur eine Fotographie, wie wir am naechsten Morgen feststellen durften, als wir von unserem ueberfreundlichen Guide abgeholt wurden. Eigentlich war es wie in einer der schlechten RTL-Dokumentationen, in welchen arme, arme ueberarbeitete Deutsche im Urlaub uebelst abgezockt werden. Zusammen mit 14 anderen Deliquenten bestiegen wir nach ueber einer Stunde Warten das Boot und wurden zunaechst darueber informiert, was wir alles nicht duerfen. Unter anderem sollte dazu zaehlen, dass man keine Getraenke von ausserhalb trinken duerfe, sondern nur in der eigenen Bootsbar gekaufte. Das galt natuerlich nur fuer alkoholische Getraenke. Da bei dieser Belehrung in schlechtem Englisch jeder nur verstand, man duerfe nicht ausserhalb des Bootes trinken, war soweit erstmal alles ok. Bei einem Witz von Mittagessen, bei welchem es gerade mal drei Schuesseln Reis und ein wenig Seafood fuer 16 Leute auf den Tisch schafften, genossen wir (oder versuchten es) den Anblick der naeher kommenden Felsen zu geniessen, wenn die Sicht nicht durch eines der zahlreichen Kutter und Ausflugsdampfer blockiert wurde, was haeufiger als das Gegenteil der Fall war. Unser Gepaeck lag in der Zwischenzeit auf Deck rum, die Kabinen durften wir ja erst gegen 17 Uhr beziehen, anderenfalls, so sagte man uns, waere das Frischwasser zu schnell alle. Dass aber keiner zum Duschen auf dem Schiff ist, hat die Crew wahrscheinlich noch nicht gemerkt.

In einem unglaublichen Gerangel draengte sich nach gut einer Stunde eine geschaetzte Armada in einer kleinen Bucht, um eine Tropfsteinhoehle anzusteuern, die ja noch ganz nett war.

Alle Touris wurden ausgeladen und den Berg hochgescheucht. Wir lernten Geme und seine Frau aus Malaysia kennen, welche uns gute Tipps fuer unseren Trip nach China gaben. Auch verbrachten wir viele der folgenden Stunden mit dem aelteren Paar, welche die Faehigkeit hatten, den miesen Umstaenden auf Deck positiv entgegenzublicken, was uns sehr faszinierte.

Zurueck von der Kurzwanderung folgten wir dem Reiseplan und zwischen zwei gigantischen Felsen hielten wir in einem sogenannten Fischerdorf, welches aus 2 kuenstlichen Inseln bestand. Da wir schon einige Fischerdoerfer gesehen hatten und auch nicht das Beduerfnis (wie alle anderen auch) verspuerten, fuer extra 5 Dollar in einem Bambusboot zum Felsen zu gondeln, fuhren wir unverrichteter Dinge weiter und durften uns an der naechsten Insel mit einem Kajak 20 Minuten vergnuegen. Wenn ich diesen Text so schreibe und ueber den unglaublichen Schwachsinn nachdenke, der uns da wiederfuhr, schlaegt mein Herz schon wieder hoeher. Zum Glueck gab es ja immer noch die absolute beeindruckende Kulisse des Karst bis zum Horizont. Wieder auf dem Boot wurde das Tagesendziel angesteuert, wo wir vom Schiff springend und im Wasser planschend ein wenig unseren Gram vergessen konnten. Beim Anblick des zweiten Witzes von Abendbrot war dieser aber gleich wieder da – was hatte die Crew mit uns vor..? Als es bereits dunkelte verzogen wir uns mit Geme aufs Deck und tranken unsere mitgebrachte Flasche Wein, welche bei einer schoenen Unterhaltung unter dem grandiosen Sternenhimmel ein kleines Gluecksgefuehl hervorrief. Natuerlich waren wir das einzige Schiff in der Naehe, welches die Umgebung mit laustarker Techno-Mucke beschallte, es war zum Haareraufen. Als es an die Nachtruhe ging, mussten wir leider feststellen, dass nicht gerade die frischsten Bezuege auf den Kissen waren. Ist zwar alles moeglich in Asien, aber nicht fuer den Preis, den wir zahlten. Ums kurz zu machen: nach einer weiteren naechtlichen Diskussion legten wir uns in unveraenderter Situation schlafen und traeumten von verschlungenen Pfaden auf den grandiosen Gipfeln der Kalkfelsen in nebelverhangener Ha Long Bucht. Am Morgen waren wir neben dem aelteren Paerchen die ersten, die ueber das Schiff wandelten, selbst die Crew schlief noch auf den Tischen. Ungefaehr die Haelfte der Teilnehmer wurde auf Cat Ba, der groessten Insel in der Bucht, fuer einen 3-Tages-Trip abgesetzt und wir machten uns wieder auf den Weg zurueck. Die Stimmung haette trotz des erschreckend kurzen und eher sinnlosen Tagesplans ob der Aussicht recht nett werden koennen, waeren wir nicht dazu aufgefordert worden, fuer unsere Flasche Wein, welche im Zimmer gefunden wurde, eine Service Charge zu entrichten. So verbrachte Mirko seinen Vormittag an der Grenze zur Resignation ab und zu zur Wut schwankend damit, sich in heisser Diskussion ueber den Sinn und die Rechtfertigung einer Service Charge fuer selbst mitgebrachte Getraenke zu echauffieren. Bei der entgegenkommenden Nachfrage, um welchen Betrag es sich denn ueberhaupt handele - denn 15 Prozent einer 3 Dollar Flasche waeren durchaus zu verschmerzen - fiel Mirko bei der Antwort ‚10 Dollar‘ fast ein Ei aus der Tasche. Die weitere Diskussion und eine Behandlung wie ein Schulkind haette ihm fast den Rest gegeben, Constanze blieb jedoch standhaft. Auch auf die Drohung hin, dass wir dass Schiff nicht verlassen duerften. Unser Bonus war, zu Beginn statt des Passes nur eine Kopie abgegeben zu haben (der Pass war in der Botschaft China) und nicht auf den Bus nach Hanoi angewiesen zu sein, der im Komplettpaket einiger Reisender enthalten war, da wir selbst angereist waren. In seiner festen Ueberzeugung liess uns der Mann mit dem falschen Grinsen von Bord gehen und wir sahen zu, dass wir das Gelaende des Hafens so schnell wie moeglich hinter uns liessen. So wie der Tag anfing hoerte er auch auf, als wir zurueck in Hanoi feststellen mussten, dass unser vorher gebuchtes Zimmer belegt ist,...Grrrhh!!!


 











Aber die Natur, liebe Leser, die war auf alle Faelle einen Besuch wert. Man bekommt, was man bezahlt – 55 Dollar waren also nicht genug. (Zur Info: einige mit Komplettpaket mit Bus von und nach Hanoi bezahlten nur 40 ;-)

Mittwoch, 11. Juli 2012

Hanoi, Lenin und Onkel Ho


Wie wahrscheinlich jede kommunistische Hauptstadt hat auch Hanoi eine Ikone der Vergangenheit eingewachst und diese liegt dann zum Bestaunen im Mausoleum herum. Wir konzentrierten uns also nach Ankunft neben unseren Visabesorgungen (um 7 traf unser Nachtbus in Hanoi ein und um 8 Uhr  standen wir mit allen Unterlagen schon vor der chinesischen Botschaft, danke Peter fuer die Einladungen) um den Besuch von Ho Chi Min, der selbst urspruenglich eingeaeschert werden wollte. Leider waren wir an diesem Tag etwas zu spaet und wir schlenderten weiter zu einigen anderen Sehenswuerdigkeiten wie z.B. die Tran Quoc Pagode. Onkel Ho schauten wir uns einige Tage spaeter in aller Fruehe an, nachdem wir erfolgreich aus der Ha Long Bucht wiederkamen. Eine sehr lange Schlange troepfelte mit uns mitten drin nach einer kompletten Durchsuchung mit Scan und drum und dran gemaechlich durchs Mausoleum, wo jeder einen kurzen Blick auf den, wie eine Wachsfigur aussehenden Ho Chi Min werfen kann. Man ist stets dazu aufgefordert, weiterzugehen und zu schweigen. Fotos konnten wir leider keine machen. 
Abends besuchten wir das Wasserpuppenmuseum mit einer Vorstellung. Hanoi erscheint uns neben der Hitze recht grossstadtmaessig. Einge Viertel sehen uns wegen der franzoesischen Vergangenheit vertraut aus und was auffaellt sind extrem viele Moppets, welche fuer den Transport aller, wirklich aller Gegenstaende und Familienmitglieder genutzt werden.











Dienstag, 10. Juli 2012

Die alte Kaiserstadt Hue am Parfumfluss


Hue ist der Sitz des letzten Kaisers in Vietnam und liegt am sogenannten Parfuemfluss. Interessant fuer uns ist die alte Zitadelle und die Ueberreste der  Kaiserstadt. Zunaechst machen wir uns, da wir gegen Mittag ankommen auf die Nahrungssuche und werden in einem interessanten Etablissement fuendig, welches von einem Taubstummen gefuehrt wird. Seine gute Kueche brachte ihn schon in den Reisefuehrer und ihn kopierende Restaurants in die direkte Nachbarschaft, wo ebenfalls taubstumme Koeche um die Gunst der hungrigen Kunden buhlen.
Die Zitadelle ist im Laufe der Zeit Teil der Stadt geworden und ist kaum noch von den Haeusern unterscheidbar. Mit dem Fahrrad durchquerten wir die Gassen und naeherten uns der ehemaligen Kaiserstadt. Wir entschieden uns, sie noch am gleichen Tag zu besuchen, damit wir am naechsten gleich weiterreisen konnten. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig, denn neben ein paar wenige restaurierten Hallen ist auf dem Areal nicht mehr viel uebrig geblieben. Die Zeit, der Krieg und das kommunistische Regime liessen die Gebaeude verfallen.
Fuer die zahlreichen Kaisergraeber oder eine Tour in die Umgebung, welche vermutlich auch sehr schoen ist, nahmen wir uns keine Zeit, da uns ein wenig der Ausreisetermin im Nacken sitzt und wir mindestens 5 Tage fuer die Visumbeantragung fuer China einplanen. Auch ist Hue einer der Hauptkriegsschauplaetze mit zahlreichen ehemaligen Stellungen und Gefechtsspuren in der naeheren Umgebung. Das muessen wir uns aber fuers naechste mal aufheben.



Montag, 9. Juli 2012

Schlendern im schicken Hoi An

Um nach Hoi An zu gelagen, buchen wir diesmal einen Nachtbus. Mit fetter Aufschritt steht am Bus „Forget me not“, was wird das bloss heissen?! Bereits unser Abholservice ist nicht besonders freundlich und stressig noch dazu. Am Bus angelangt, stellen wir uns erst mal in der Reihe an um in den Bus zu steigen. Dann geht es los, dachten wir. Die Fahrt endet erst einmal fuer ca. 1,5 Stunden an einem Busbahnhof, hier werden weitere Passagiere eingeladen. Mit uns reisen weitere 4 Chinesen. Im Hotel ausdruecklich versprochen wurden uns eine Flasche Wasser pro Person, leider haben wir diese nicht erhalten. Hinter dem Fahrer stand ein riesiger Karton mit vielen Wasserflaschen, als wir uns selbst bedienen wollten, wie so manch anderer auch, wurde uns das verboten. „Es gibt kein Wasser“ hat man uns gesagt, umso mehr Wasser gab es fuer den Freund des Busfahrer, der direkt unter mir schlief. Beim Einsteigen in den Bus wurden ihm doch gleich 4 Flachen in die Hand gedrueckt....Natuerlich koennen wir unser Wasser selbst kaufen, kein Ding, aber es geht doch um das Prinzip. Auch hier hatten wir diesmal kein goldenes Haendchen, sogenannte Katzenplaetze haben wir wieder erwischt, das sind diejenigen im Restaurant, wo jeder dran vorbei muss und dich staendig beruehrt und du dir letztendlich noch dein Getraenk ueber die Kutte schuettest. Ja unsere Schlafplaetze lagen doch direkt neben der Bustoilette, und der Bus machte waehrend der Fahrt (Abfahrt 21 Uhr, Ankunft 8 Uhr) keine Pinkelpause. Ihr kennt das mit Sicherheit, die Dixieklos fangen dann ja auch langsam an zu stinken, so schlimm war es zwar nicht, aber trotzdem irgendwie voll nervig. Total zerknirscht, wirklich geschlafen haben wir nicht, kamen wir in Hoi An an. Die Wut war wie weggeblasen als wir durch die schoene Altstadt bummelten, vergessen werden wir die Busfahrt aber nicht, das wurde uns ja versprochen.

Ueber 800 einzelne Objekte in der Altstadt von Hoi An wurden 1999 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen, darunter die niedrigen zweistoeckigen Haeuser, die eine interessante architektonische Mischung aus vietnamesischer, chinesischer und japanischen Einfluessen aufweisen. In den Haeusern befinden sich ueberwiegend Schneidereien, Kunstgallerien, Restaurants, besitzt die Familie kein Geschaeft, kann man das Haus und den Familienaltar gegen einen kleinen Obolus besichtigen. Abends verwandeln sich die engen Strassen in heimelige Gassen und sind mit zahllosen bunten Seidenlampen beleuchtet, richtig romantisch.
 
In einem der vielen Restaurants am Ufer lernen wir Mr. Phong, einen Vietnamkriegsveteranen, kennen. Er verspricht uns eine interessante Tour durch sein Heimatstaedtchen mit vielen geschichtlichen Infos zum Krieg, ein Essen bei sich zu Hause und einen Einblick ins typische vietnamesische Leben. Wir sagen zu und werden am naechsten Morgen von ihm abgeholt, zwar sind wir nicht allein, wie angenommen, aber das schmaelert nicht die Qualitaet dieses Ausflugs. In seinem Haus erzaehlt uns Mr. Phong vieles zum Krieg aus der Sicht eines kaempfenden Suedvietnamesen, der nach dem Krieg, wie so viele andere, mindestens ein Jahr in Umerziehungslagern verbracht hat. Weiterhin stellte er uns nach gut einer Stunde seine Familie vor und zeigte uns sein Haus. Ein Raum ist nur fuer die Totenverehrung vorgesehen. So wie wir den Geburtstag zelebrieren, wird in Vietnam der Todestag eines Angehoerigen gefeiert. Aehnlich wie in Kambodscha herrscht auch hier der Geisterglaube. Um rastlose und boese Geister zu beschwichtigen wird zum Beispiel Papiergeld verbrannt. Was uns sehr erstaunte, dazu gehören auch kopierte Dollarnoten fuer die Geister der gefallen US Soldaten, die immer noch herumschwirren. Bei einem Rundgang durchs Dorf zeigt er uns eine strategisch wichtige Stelle im Krieg an einer Bruecke und stellt uns weiteren Familienmitgliedern, unter anderem einen ehemaligen General, vor. Zurueck in seinem Haus wird der interessante Ausflug bei einem wirklich sehr leckerem Essen beendet. Nach den 4 Stunden gebrochenem Englisch sind wir auch kaum faehig, noch weitere Informationen aufzunehmen. Nachmittags entschliessen wir uns, zurueck in Hoi An, unsere Reisebekleidung z.T. zu erneuern und begeben uns zu einem der zahlreichen Schneider.

Nach 2 weiteren entspannten Tagen besteigen wir den Bus nach Norden.

Sonntag, 8. Juli 2012

Na Thrang und die Unterwasserwelt


Wir erreichen Nha Trang nach einer kurzen Nacht im Bus am fruehen Morgen. Schon bei der Ankunft sind wir entzueckt von der Strandpromenade vor tuerkisblauem Wasser, die sich ueber 7 km in nord-suedlicher Richtung erstreckt. Der Strand ist gesaeumt von Palmen, es gibt aber auch Liegestuehle zu mieten. Warum sind wir in Nha Trang, sind wir doch beide nicht die Strandurlauber, die sich ruhig in der Sonne raekeln koennen.
Aber vor der Kueste liegen Vietnams beste Tauchreviere! 
Wir bekommen eine Empfehlung fuer eine Tauchschule von unserem Hotel und machen uns auf den Weg. Ein Tauchgang ist hier verhaeltnismaessig guenstig und wir buchen eine Tour fuer den kommenden Tag. Wir beide besitzten bereits einen Tauchschein, allerdings liegt der letzte Tauchgang 8 bis 10 Jahre zurueck. Auch das ist kein Problem. Am naechten Morgen starten wir um 7.30 Uhr, mit dem Boot steuern wir ein kleine Insel an. Nach einer kurzen Einweisung an Deck und einer Wiederholung unter Wasser, ziehen wir mit unserem Tauchguide los. Ein zweiter Tauchgang an einer anderen Stelle fand am fruehen Nachmittag statt. Weil es so schoen war,
buchen wir gleich einen weitern Tauchausflug fuer den naechsten Tag. Wir tauchen in einem Nationalschutzgebiet, hier ist das Fischen verboten, so konnten sich auch ueber die Jahre hinweg, die Korallen erholen und das hat man deutlich gesehen. Viel haben wir ja noch nicht gesehen von der Unterwasserwelt bis auf Kroatien, Aegypten, deutschen Baggerseen und den einheimischen Schwimmbaedern. Vor allem von der Farbenpracht der Korallen waren wir beeindruckt. Riesige Korallen, bis zu 4 Meter Durchmesser, verschiedene Moraenen, dicke Kugelfische und Feuerfische sind an uns voruerbgezogen...einfach atemberaubend schoen.

Uebrigens ist in Vietnam gerade Sommer und noch Ferien dazu, d.h. es sind viele Einheimische auf Reisen, Hotels von den Preisen etwas teurer und Busse zum Teil ausgebucht. 

Nach 2 Tagen reisen wir ab. Wir starten erstmals mit dem 'Schlafbus' Richtung Norden nach Hoi An.

Ein absoluter geiler Schnappschuss von unserer Terrasse.