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Freitag, 23. Dezember 2011

Darjeeling

2000 m ging es nun hinauf in die fuer Tee beruehmte Hill Station. Wir dachten schon einige entspannt Orte kennen gelernt zu haben, aber hier ticken die Uhren wirklich anders. Kein gehupe, keine Kuehe, keine wilden Taxifahrer, gute Luft – einfach Klasse. Umringt von Teeplantagen soweit das Auge reicht, gekroent vom Blick auf den dritthoechsten Berg der Erde: Kanchenjunga mit 8586m! Leider konnten wir hier nur 2 Tage verbringen, da unsere Visa auslaufen. Es macht ausserdem einfach Spass, wenn man vom Verkaeufer eines kleinen Laedchens gefragt wird, wieviel denn alles zusammen kostet, soviel Vertrauen wird einem hier geschenkt. Ebenso beim Besuch unserer Lieblingsessbude, deren Koch nach unserem umfangreichen Speisen auch nicht mehr genau wusste, was er alles berechnen soll (fuer 4 Tee, zwei nudelgefuellte Pfannkuchenwickel, Egg Chowmein und einen Kaese-Ei-Milchbroetchen-Burger waren es in Summe 155,-Rs = 2,20 Eur!). Die an Stromausfaelle gewoehnten Bergbewohner hatten auch an jeder Huette eine Kerze stehen, so wurden wir bei diesem Anblick und den Temperaturen um 2 Grad sehr an unseren heimischen Weihnachtsmarkt erinnert.

Start 5:15 Uhr Morgens  mit dem Zug nach 8 Stunden warten! Hier schlafen eigentlich alle, waehrend Mirko sich damit beschaeftigte, die Spalten der Tuer zum Toilettenraum fuer die 4-5 Ratten unpassierbar zu machen, die sonst zwischen den Gepäckstücken herumsprangen...
Kanchenjunga-Massiv am Abend:
 Und am Morgen von der Sonne bestrahlt:
Man beachte die Reflexion im Objektiv :-)
Zuschauer beim Darjeeling Tea and Tourist Festival. Wir sind nun auch lokalweit bekannt, da wir extra fuer diese Veranstaltung anreisten, schrieben zumindest die Journalisten der unten abgebildeten Zeitung!

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Varanasi

Leider konnten wir mit der telefonischen Unterstuetzung eines mitwartenden freundlichen Inders, keine Hotelbuchung fuer Varanasi vornehmen, da wir wussten, dass wir Nachts ankommen und vor verschlossenen Tueren stehen wuerden. Bevor wir den Zug besteigen konnten, wurden wir wieder Zeuge typische indischer Zustaende: Die auf den Gleisen laufenden Kuehe mussten erst verscheucht werden und sich vom fahrenden Zug anhupen lassen, und eine Zughupe, die ist laut! In den Zug nun endlich eingestiegen, konnten wir nur wenig schlafen, da verantwortungsvolle Eltern ihrem Sproessling Schuhe schenkten, die bei jedem Schritt Fitschgeraeusche machten, eine prima Erfindung. Unser Problem der Hotelbuchung erledigte sich dann von selbst, da der Zug wegen Nebels mit 5 Stunden Verspaetung in Varanasi ankam; in diesem Fall gut, spaeter aber schlecht, siehe Fahrt nach Darjeeling..
Indiens tausend Gesichter zeigten sich wieder einmal in Varanasi. Einfach unglaublich, was hier tagtaeglich von statten geht. Nachdem wir Morgens im Hotel eincheckten, wurden wir auf eine kleine Wanderung zu den Ghats (treppenartige Zugaenge zum Ganges) und durch die Stadt mitgenommen, da man in den engen und engsten Gassen dieser sehr alten Stadt schnell verloren geht. Manche Ghats sind sogenannte Burning-Ghats, an denen nach hinduistischer Tradition 24h durchweg Tote verbrannt und deren Asche in den Fluss gestreut wird. Frauen der betroffenen Familien duerfen an der Verbrennung nicht teilnehmen, da Traenen die Seele hindern  würden ins Nirvana zu gelangen. Sonst darf jeder kommen, auch Fremde. So sieht man hie und da Fuesse und andere Gliedmassen aus dem Feuer ragen, meine Fresse!!! Kinder, Schwangere, Vergiftete, Leprakranke und heilige Maenner werden nicht verbrannt, deren Seelen sind rein, ihr Koerper wird mit einem Stein beschwert direkt in der Mitte des Flusses versenkt, Halaluja… Es spielt sich ansonsten das tagtaegliche Leben am Fluss ab, es wird gelacht, gespielt, Waesche und Kuehe gewaschen, gegessen und getrunken.
Beim Gang durch die Stadt und innerlichem Versuch der Aufarbeitung des Gesehenen (Fotos der bloody Burnings waren verboten) entdeckten wir ein Instrumentengeschaeft, in welchem wir Abends noch ein kleines Privatkonzert dargeboten bekamen.
Wir lernten noch Inger, eine sehr nette Norwegerin kennen, die mit uns die angebotene Bootsfahrt zu den naechtlichen Ghats unternahm. Wir wurde noch eine typische Zeremonie, die täglich stattfindet.
Am naechsten Tag mussten wir wieder wegen Nebels 8 Stunden auf den Zug warten. Gegen 5:15 am naechsten Morgen konnten wir starten. Den 4. Advend verbrachten wir komplett im Zug. Nachts in New Jalpalguri angekommen, mussten wir uns dann bis zum naechsten Morgen ein relativ teures Quartier suchen. Von da ging es mit dem Jeep nach Darjeeling.
Hello, my friend!
 
 
Ein Sari-Besticker, dies wird ein Hochzeitssari.
Was hier brennt, koennt ihr euch denken..?!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Khajuraho

Hula, alle!
Mit geballter Kraft und ein wenig durchgefroren ging es nun mit dem sogenannten Toy-Train von Shimla aus ueber Kalka zurueck nach Dehli. Dort hatten wir, bis unser Zug am Abend fuhr, den ganzen Tag rumzukriegen. So stellten wir kurzerhand unser Gepaeck im bereits vorher schonmal besuchten Hotel in der Naehe des Hbfs ab und machten uns auf den Weg in die Stadt, um diesen Rechner hier zu kaufen - es hat also geklappt... Vorher wollten wir uns noch den Lotus-Tempel anschauen, Montags ist dieser aber leider geschlossen, wir troesteten uns dann mit einem McDoof Pfannkuchen :-)
Im Nachtzug nach Khajuraho lernten wir den Betreiber unseres naechstgenutzten Hotels kennen, ein sehr charmanter bebarteter Herr, welcher uns dann mehrfach auf kostenfreien Tee und Abendessen einlud. Das Besondere an diesem Hotel war ausserdem, dass jeden Abend ein Feuer im wunderschoenen Garten gemacht wurde, um das dann alle Backpackies herumsassen und wie bloede quatschen konnten - Russen, Franzosen, Argentinier, Deutsche...
Khajuraho ist im Groben eine grosse Kreuzung, welche wegen der in unmittelbarer Naehe stehenden Tempel (Weltkulturerbe wegen der aufwendigen erotischen "Steinschnitzereien") weitraeumig vom motorisierten Verkehr umfahren werden muss.
Wegen schlechter Zugverbindungen verbrachten wir hier ganze drei Tage, was ungemein zur Entspannung und Ausruhen von den letzten Zugkilometern beitrug. Wir wurden noch zu einer albernen Touristenvorstellung von Musik und Tanz ueberredet und goennten uns eine Massage.
Anschliessend ging es mit dem vorbildlich vom Hotel organisierten Taxi nach Satna und mit dem Zug weiter nach Varanasi.
Wo ist der Piebmatz?

Sonntag, 11. Dezember 2011

Shimla

Haetten wir gewusst, auf was fuer einen Trip wir uns einlassen, haetten wir bestimmt noch einen Tag in Amritsar verbracht. Es war mit Abstand die anstrengendste Bussafari, die wir bisher erlebten.

Fazit 1: Traue erst einer Aussage, die mindestens 3 mal von unterschiedlichen Leuten bestaetigt wurde: Als wir am Morgen einen Passanten fragten, wie wir am besten nach Shimla kaemen, zeigte uns dieser einen Bus, nach dessen Benutzung wir nur einmal umsteigen braeuchten, um nach Shimla zu gelangen. Waehrend der Fahrt stellte sich allerdings im Gespraech mit einem sehr netten jungen Paar heraus, dass wir nicht 100%ig auf Kurs lagen. Dass kostete uns im Nachhinein mindestens 4 Stunden und 2 Busse mehr..

Fazit 2: Mirko, Wenn du glaubst, die Zeiten der "Übelkeit" beim Fahren sind vorbei, dann hast du dich wahnsinnig geirrt:
Waehrend dieser Busreise in hoehere Gebirgslagen, wurde bei kurvigster Strecke mein persoenlicher Siedepunkt erreicht und ich tat, was ich tuen musste. Direkt aus dem Fenster zu kot... hatte ich bislang auch noch nicht geschafft, und dann gleich dreimal. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass an fast allen Bussen unterhalb der Fensteroeffnungen markante Reisespuren andere Mitfahrer vorhanden waren..

Fazit 3: Traue Niemandem:
Waehrend der Reise wurden wir in irgendein sinnloses Gespraech durch einen durchgeknallten 20-jaehrigen verwickelt, in dem es nur ums Kiffen und Saufen ging. Er selbst versicherte uns, dass man keinem Inder trauen sollte. Ich lachte noch und fragte, ob ich ihm dann auch nicht trauen solle. Ich hatte bis dato noch keine schlechten Erfahrungen gesammelt, aber wurde dieses Mal eines Besseren belehrt. Wir benoetigten fuer unser Gepaeck drei Sitzplaetze. Unsere grossen Rucksaecke standen links von uns zum Gang hin. Diese Chance wurde, wahrscheinlich von einem seiner Freunde, ergriffen um mir meine Fleece-Innenjacke zu klauen - sehr, sehr aergerlich, da wir am ersten Tag im Gebirge puenktlich zum 3. Advend ebenfalls Temperaturen um die 0 Grad haben..!!! Im Zimmer sind es etwa 15 Grad mehr, wegen 2 kleinen aufgestellten Heizstrahlern. Selbst an der Rezeption steht man mit Handschuhen, irgenwie hat man vergessen die Zentralheizung einzubauen und es ist noch nicht mal tiefster Winter hier --> Vorschlag zur Entwicklungshilfe? 8-P

Die Gegend ist allerdings absolute Spitze und der Ort Shimla einfach sehenswert. An steilsten Haengen tummeln sich unzaehlige Haeuser, die nur ueber verwinkelte Gassen und Treppen erreichbar sind.
 
  
 
Thank you Sunil&Lynette!!! 


Amritsar

Nach einer sehr angenehmen Zugfahrt zurueck nach Dehli (18 Stunden im Sleeper), versuchten wir in der verbleibenden Zeit des Tages, bevor unser Zug nach Amritsar fuhr, einiges Organisatorisches zu erledigen. Es gelang uns allerdings nicht weitergehende Tickets zu interessanten Orten (Varanasi, Darjeeling) zu buchen. Wir muessen dann nach Amritsar, Shilma und Kajuraho erstmal sehen, wie wir zuglos weiterkommen.
Der Zug nach Amritsar war interessant, weil wir die ganze Zeit mit Essen beschaeftigt waren, nach mehreren Appetizern, Hauptgang und Nachtisch kam dann noch als Krönung ein Eis dazu! Alles in allem sehr angenehme Zugfahrt. Als wir gegen 24 Uhr unser Ziel erreichten, konnten wir nach dem Einchecken in das Hotel (ich ueberspringe mal das staendige gefeilsche und diskutieren mir uebereifrigen Rickshaw-Fahrern), den naechtlichen Goldenen Palast, dem heiligsten Gut der Sikhs, besuchen. Dieser steht die ganze Nacht offen und bietet dem Betrachter einen atemberaubenden Anblick. Lp says, dass 750 kg Gold zu seiner Verziehrung beitrugen und mehr als 30000 Pilger taeglich diesen Ort besuchen. Wir kamen demzufolge zu einer sehr entspannten Tageszeit zu Besuch, ueberall schliefen und lagen Pilger herum, es war irgendwie auch eine sehr andaechtige Atmosphaere.
Da wir wegen der fixen Hotelbuchung in Shimla unbedingt am naechsten Morgen aufbrechen mussten um einen Bus zu kriegen, hatten wir leider keine Zeit, den Palast bei Tageslicht zu sehen.
  
 
 
 


Jaisalmer

Von Jaipur ging es dann weiter nach Jaisalmer in der Wueste Thar. Untergekommen sind wir in einem sehr schoenen Hotel mit Dachterasse und direktem Blick auf das Fort. Architektonisch ist diese Gegend sehr interessant wegen der unzaehligen aufwaendigen Verzierungen an Balkonen und -koenchen, Fenster- und Tuerrahmen. Nach kurzem Aufenthalt trapten wir auf einem Kamel durch dem Wuestensand, sassen am Lagerfeuer und schliefen unter klarem Sternenhimmel.