Montag, 5. März 2012

Nationalpark Khao Phanom Bencha

Heute sind wir nochmal mit dem Roller unterwegs und es verschlaegt uns in den Khao Phanom Bencha Nationalpark. Da wir sehr zeitig sind, sehen wir fast keine anderen Besucher auf der 1,5-Stunden-Runde durch den den Dschungel. Man wird an einem kleinen Wasserfall vorbei, steil bergauf tief ins Unterholz geleitet. Beeindruckend ist die Geraeuschkulisse, welche sich mit einer Mischung aus langsam drehenden Akkuschrauber und Kreissaege gepaart mit Zischen und Knacken vergleichen laesst.

Auf der Rueckfahrt koennen wir noch diesem Elefanten bei der Arbeit zuschauen.

Tigertempel

Heute liehen wir uns einen Roller, um zum Tiger-Tempel im Norden Krabis zu fahren. Nach Reisefuehrer soll dies einer der beruehmtesten Meditationszentren in Thailand sein. Tiger deshalb, weil ein Moench in grauer Vorzeit zusammen mit einem Tiger hier gelebt haben soll - Miau! Spass und Schweiss brachten die 1200 teils sehr hohen Stufen hinauf zum Gipfel des Karstberges, Training oder Busse? Constanze lernt ihren Koerper neu kennen - der Schweiss rinnt bei dieser Aktion aus allen Poren, auch an Schienbeinen und Knieen :-)
Der Blick, der sich uns bietet, laesst allerdings die Muehen schnell vergessen und nur das feuchte Hemd erinnert beim Abstieg kuehlend an den Aufstieg. Neben der Tigerhoehle gibt es in unmittelbarer Naehe noch einen der letzten Tieflandregenwaelder zu bestaunen.
Dieser ist vollstaendig von Felsen umgeben, in welchen immer wieder Meditationszellen geschlagen sind. Auch wohnen hier einige Moenche, die sich um die als Gebetshallen funktionierenden Hoehlen kuemmern.

Die guten Strassen laden zu einer Weiterfahrt ein und wir erkunden noch ein wenig die Gegend. Immer wieder stossen wir auf Kondom- und Reifenhalbzeug produzierende Kautschukplantagen. Man kennt es zwar, aber gesehen hat man eine solche noch nicht aus der Naehe.



Rai Leh - Klettern, Hoehlentour

Wie vom Reisefuehrer angedroht, besticht die Gegend um Krabi mit atemberaubenden Felsen. Wir nutzten gleich den ersten Tag, um mit dem Boot nach Rai Leh zu fahren, benoetigte Ausruestung zu leihen und uns an den gut griffigen Routen zu versuchen - ein kleiner Traum geht in Erfuellung. 
Zwar sind die meisten Wege recht schwer und die einfacheren daher ueberlaufen, Ebbe und Flut machen allerdings manchmal die Zugaenge schwierig und man findet immer wieder ein nettes Plaetzchen. Alles ist sehr gut gesichert, viele Titanhaken und Schlingen haengen in den gut praeparierten Waenden. Ein Kletterfuehrer steht nun auch zur Verfuegung, bei Interesse an uns wenden :-) Zwischendurch kann man sich in dem wunderbar tuerkisblauen Meer abkuehlen, um am Strand rumzuliegen ist es erstens einfach zu heiss (Wir wundern uns immer ueber einige Wahnsinnige, welche noch mit Sonnenbrand vom Vortag wieder in der Sonne rumliegen), ausserdem ist die Gegend viel zu interessant fuer Ausfluege.
Es gibt z. B. die eine verborgene Lagune und die Prinzessinnen-Hoehle zu entdecken. Ein recht beschwerlicher Aufstieg (zum Glueck im Schatten) fuehrt zu einem Aussichtspunkt, von welchem man prima ueber die Bucht von Rai Leh schauen kann, der glitschige Abstieg auf der anderen Seite fuehrt zu einem von Felsen umgebenen Tuempel, der 'Lagune'.
Ueber den Strand gelangt wir zu einem wieder bekletternbaren Felsmassiv in eine Hoehle, in welcher die mitgebrachte Stirnlampe zum Einsatz kommt. Mit ein wenig Fantasie erkennt man im nach aussen fotografierten Bild eine Landkarte, wer weiss, welchen Staates. Einige Bambusleitern fuehren im Inneren der Hoehle zu einem kleinen Plateau, von dem aus man die andere Seite der Halbinsel und auf einen weiteren Strand blicken kann. An dem Massiv links im Bild sind wir dann an einem der folgenden Tage nochmal klettern gewesen. Nach dem Abstieg hiess es wieder Schweiss im Meer abwaschen, denn getropft vor Hitze haben wir eigentlich staendig.

Thailand - Krabi

Auf nach Thailand hiess es und wir sprangen in Butterworth in den Minibus nach Hat Yai im Sueden des Landes. Erst mussten wir aber zum Geldautomaten flitzen, weil wir uns verschaetzt hatten, wieviel Ringgit wir wohl noch brauchen.
In Hat Yai ueberlegten wir erst, ob wir langsamer nach Norden fahren sollten, nahmen aber nach kurzer thailaendischer Lese-Rechtschreib-Schwaeche den Bus nach Krabi an der Kueste zur Andamanensee. Warum Krabi Krabi heisst, wissen wir nicht, zumindest standen am Ortseingang diese beeindruckenden Schalentiere herum.
Krabi ist vor allem bekannt fuer seine typische Kueste, welche durch beeindruckende Karstfelsen und Hoehlen bestimmt wird. Ein Eldorado fuer Kletterer aus aller Welt, schreibt der Reisefuehrer und wegen der schoenen Straende auch fuer alle anderen aus aller Welt. So entschieden wir uns wegen niedrigerer Preise fuer eine Unterkunft in Stadtnaehe und nicht fuer eine tolle Huette am nur mit dem Boot erreichbaren Strand. Die Stadt lockt ausserdem mit abendlichem Markt am Pier und so koennen wir wie gewohnt guter Kueche froehnen. Endlich ist auch das Bier wieder erschwinglich und wir erlauben uns ein kleines.
Es findet zur Zeit unseres Besuches eine Art Jugendbandcontest statt. Neben einer grossen Buehne im Zentrum standen viele Buden mit viel Klim-Bim, dazwischen aber auch musikalisch Interesantes, wie diese aus Bambus gebauten Klangschaukeln, will ich mal vorsichtig formulieren. Fast regelmaessig bedeckt sich Abends der Himmel und ab und zu kommt es zu schoenen Regenguessen, wie diesem hier. Eine gelungene Abkuehlung bei geschaetzten 30 Grad tagsueber.

Sonntag, 4. März 2012

Penang - George Town

Als letzte Station in Malaysia besuchten wir Penang, alias George Town, im Norden. Nach einer 4 stuendigen Fahrt mit dem Buss erreichten wir endlich wieder einmal das Meer, welches die Stadt vom Festland trennt. Penang ist eine englische Kolonialstadt, die sich im Gegensatz zu Singapur ein wenig den Flair der alten Zeiten erhalten konnte, z. B. wird auf dem Boden vor den Geschaeften von den Bewohnern Dame gespielt.
Penang ist nicht zu modern und man kann wegen des Nebeneinander aller moeglichen Religionen das typische Treiben einer asiatischen Stadt vor chinesischen und buddhistischen Tempeln, Moscheen und Kirchen beobachten. So brennen Chinesen abends Raeucherstaebchen in den Tempeln ab, waehrend ein paar Strassen weiter der Muezzin zum Gebet ruft.
Beim Einchecken lernen wir die Italienerin Tina kennen, die nach dem Tod ihres Mannes allein im Alter von 69 Jahren mit zwei Koffern durch die Welt zieht. Sie ist schon seit Juli 2011 unterwegs. Mit ihr verbringen wir die zwei Abende in Penang mit interessanten Gespraechen ueber z. B. die Rolle der Frau in den verschiedensten Kulturen (Sie war in den 60ern und 70ern frauentechnisch wohl recht aktiv).


Beim obligatorischen Stadtrundgang mussten wir mit Bedauern feststellen, das die am farbenfrohsten leuchtenden Fruechte nicht immer am Besten schmecken und wir aendern unsere Strategie, nicht immer gleich die groesste Packung mitzunehmen :-). Wir haben aber einen dankenden Abnehmer gefunden. Ueber diesen kulinarischen 'Schock' hilft uns ein guter Roti-Pancake, wahrscheinlich eine Abwandlung des typisch malayischen Brotes fuer Touristen. Dabei wird eine Art Hefeteig mit viel Oel in gekonnter Handbewegung sehr duenn 'ausgeschleudert', uebereinandergefaltet und anschliessend gebraten. Diese Koestlichkeit gibt es noch verfeinert mit Bananenstuecken oder Schokolade ...mmhhhh.




 
Eine weitere Besonderheit Penangs ist die Clan-Siedlung, die aufgrund der hohen Grundstueckspreise auf Stelzen ueber 100 m ins Meer reicht. Hier leben bis zu 2000 Bewohner.
Etwas ausserhalb von Penag befindet sich der Kek Lok Si Tempel. Es ist der groesste Buddhistische Tempel in Malaysia, welcher schon beim Anmarsch mit einer Zeile aus Souvinierstaenden auf sich aufmerksam macht. Ein Blick auf typische Klangkugeln animierte einen Verkaeufer, mir diese fuer 45 RM (etwa 11 EUR) anzubieten. Mein Schmunzeln und Wegdrehen  brachte ihn auf die Idee den Preis auf 40 zu senken, das Weitergehen auf 30. Nach nicht mal 5 Stufen war er schon bei 25 und gerade so in Hoerweite rief er mir noch "ok, ten ten" hinterher, fuer die wir sie am Vortag schon in der Stadt kauften. Wenn man sich durch die warenausrufenden Haendler gekaempft hat, bot sich ein sehr weitlaeufiges Tempelareal. Bunte Gemaeuer, Teiche, Bruecken und Treppen verbinden verschiedenste Teile des Tempels. Einige Hallen sind ueber und ueber mit Buddhafiguren gesaeumt.
  
  

Als wir bei unserem Standrundgang in Penang an einer Baustelle vorbeikamen, haben wir diesen Schnappschuss gemacht. Wir haben uns natuerlich nicht getraut hinter die Mauern zu schauen. Hier wird ja wahrscheinlich nicht lang gefackelt!

Unser Fazit: Penag ist einen Besuch wert!

Taiping


Taiping, die Stadt des ewigen Friedens, gehoert zu den aeltesten Staedten in Malaysia. Auch diese war wegen ihrer zahlreichen Zinnvorkommen bekannt und in den 60er Jahren eine boomende
Minenstadt. Die Innenstadt birgt keine grossartigen Sehenswuerdigkeiten. Der koloniale Uhrturm steht etwas unscheinbar an einer Ecke und wird dahinter von einem aelterem Neubau uebertrohnt. Eine geschaeftige Stadt, die nicht touristisch ueberlaufen ist, so haben wir den ganzen Tag keine weiteren "weissen" Besucher gesehen. So hat man nun das "richtige" 

Leben in einer malayischen Kleinstadt kennengelernt. Ueberall fuhren Mopets bepackt mit Baeckerwaren durch die Gegend, neben dir hat man angehalten und ein wenig Obst angeboten oder man wird von einer Autofahrerin gefragt, wohin man des Weges unterwegs ist und ob sie uns vielleicht ein Stueck mitnehmen koennte.
Bei unserem Stadtbummel kamen wir an einer Feuerwache vorbei. Dort lernten wir das Spiel Sepak Takraw kennen, eine in Malaysia stark verbreitete Ballsportart. Es wird aehnlich den Badmintonregeln mit einem geflochtenen Ratanball gespielt, der versucht wird mit Fuss oder Kopf ueber ein Netz in das gegnerische Spielfeld zu buchsieren. Der Leiter der Feuerwache erklaerte uns alles und die Spieler (Feuerwehrleute beim Dienstsport) kamen noch auf uns zu und streckten uns ihre verschwitzten Haende entgegen. Am eindrucksvollsten war immer der Fallrueckzieher von einem ungefaehr 50-Jaehrigen auf dem harten Boden!
Da uns auch der Reisefuehrer keine grossen Hoffnungen auf eine preiswerte Unterkunft machte, entschlossen wir uns doch gleich in das Hotel in der Naehe der Busstation einzuchecken. Das Hotel wurde unter muslimischer Leitung gemanagt und so hatten die Zimmer an der Decke einen Verweiss "Qiblat" (malaisch, Gebetsrichtung) in welcher Richtung man nach Mekka beten muss. Wir fanden es auch erstaunlich, wie die einzelnen Religionen Tuer an Tuer wohnen und das Nebeneinander von Islam, Buddismus, Christentum usw. hier so gut funktioniert. Man sieht meistens einen Indischen Tempel neben einer Moschee gefolgt von einem chinesischem Tempel. Gerade die Rolle der Frau, die in der muslimichen Religion doch eher im Hintergrund steht, konnten wir bei unserem kurzem Besuch nicht feststellen. Muslimische Frauen sahen wir in unterschiedlichen Branchen arbeiten u.a. als Busfahrerin oder Postangestellte. Auch zwei Backpackerinnen mit Kopftuch trafen wir an.
Coffee Ice to go!
Gegessen wurde wieder dort wo die "Locals" essen. Das ist natuerlich dort wo die bunten Kunststoffstuehle stehen. Und hier in Malaysia sind es meist groesse Essensplaetze wo mehrere Essens- und Getraenkestaende nebeneinander stehen. Da auch hier schon manchmal die 
englische Kommunikation schwierig wird, zeigt man einfach auf ein Bild, was im Menu abgebildet ist. Gibt es keine Speisekarte verstehen die meisten auch Rice und Chicken. Bei der Zubereitung kann man sich dann manchmal noch ueberraschen lassen, entweder es ist alles untereinander gemixt oder kommt extra, aber geschmeckt hat es bisher immer ;-).